Wickel

Wickel sind aus mehreren Lagen zusammengesetzt. Dabei wird das am Körper anliegende Innentuch aus mehreren Stofflagen gebildet und um den Körper beziehungsweise den Körperteil gewickelt. Danach folgt eine Umwicklung des Innentuchs mit einem trockenen und substanzfreien Außentuch. Bei Auflagen ist das Innentuch auf einen bestimmten Körperteil, beispielsweise die Brust, begrenzt. Das Innentuch wird in der Regel ebenfalls mit einem Außentuch befestigt, das um den betreffenden Körperteil gewickelt wird. Wickel und Auflagen lassen sich zudem noch in der Größe der Fläche oder ihrer Anwendung unterscheiden. So werden Wickel, bei denen mindestens die Hälfte des Körpers von mehreren Tuchschichten eingewickelt ist, als Packung und Brei- oder Pastenumschläge als Kataplasmen bezeichnet. Der Begriff Peloid beschreibt Pastenumschläge aus Moor-, Heil- oder Lehmerde, beispielsweise Fangopackungen. Kaltwasserwickel werden auch als Prießnitzwickel beschrieben, während Kneippwickel sowohl kalt, warm oder mit Substanzen angelegt werden können, aber einem bestimmten Aufbau mit drei Tüchern aus Leinen, Flanell und Wolle folgen

Wickel und Auflagen können aus verschiedenen Gründen eingesetzt werden. Warme und kalte Wickel dienen beispielsweise in der physikalischen Therapie dazu, einen Reiz zu setzen um die Durchblutung der Haut anzuregen und dadurch das Stoffwechselgeschehen an der betroffenen Stelle zu beeinflussen. Einige Wickel sollen über einen peripheren Reiz an anderer Stelle Spannungen ableiten, beispielsweise werden Fußsohlenauflagen bei Kopfschmerzen eingesetzt. Mit Substanzen wie Lehm, Tonerde, Heilkräuter oder Öle bestrichene Wickel und Auflagen sollen je nach spezifischer Wirkung der Substanz entsprechende Wirkstoffe über die Haut in den Körper einbringen. Neben diesen Wirkungsweise haben Wickel allgemein einen psychogene Effekt; der Betroffene erhält Aufmerksamkeit, fühlt sich geborgen und kommt zur Ruhe.